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Mehr über Einfluss auf Gewinne

Wie schlecht das Wissen über Gewinnfaktoren in Deutschland ist – und eigentlich auch in Europa – zeigt die Diskussion über die Übernahme des Stahlkonzerns Arcelor durch Mittal. Es wird öffentlich gefordert, dass bei Fusionen nicht nur Eigentümer oder Aktionäre entscheiden, denen eigentlich das Unternehmen gehört, sondern auch andere Betroffene mitentscheiden, wie z.B. Mitarbeiter. Der ehemalige französische Premierminister Michel Rocard geht sogar soweit zu verlangen, die Gesetze zu ändern, um Mitarbeitern ein Mitspracherecht einzuräumen. 

Verstehen solche Leute die Mechanismen der Marktwirtschaft nicht? 

Erstens, es wird behauptet, dass Arcelor’s Aktionäre sich nur wegen kurzfristigen Gewinnen für die Übernahme entschieden haben. Wenn das stimmt und es gibt keine langfristigen Vorteile dieser Fusion, dann wird der Markt das Unternehmen und seine Aktionäre bestrafen. Eigentümer und Aktionäre müssen kurz- und langfristige Einwirkungen solcher Entscheidungen beachten, sonst werden sie am Ende verlieren. 

Zweitens, es wird geglaubt, dass Mittal sich jetzt nicht mehr auf Qualität konzentrieren wird. Wenn Mittal wirklich das macht und die Qualität aber ein wichtiger Entscheidungsfaktor für Kunden ist, werden Kunden zur Konkurrenz abwandern und das Unternehmen wird als Verlierer dastehen. Wenn Qualität einen Einfluss auf Kundenzufriedenheit hat und diese Kundenzufriedenheit dann die Gewinne beeinflusst, muss ein gut geführtes Unternehmen akzeptable Qualität gewährleisten, um seine Eigentümer oder Aktionäre zufrieden zu stellen. 

Schließlich sind die lautesten Beschwerden über diese Fusion – wie praktisch bei jeder Fusion oder Übernahme – bezüglich der Nachteile für Mitarbeiter, wie z.B. niedrigere Löhne und reduzierte Jobsicherheit. Das ist wahrscheinlich das größte Missverständnis. Mitarbeiter beeinflussen jeden Aspekt eines Unternehmens und ihre Jobzufriedenheit hat über kurz oder lang Einfluss auf die Gewinne des Unternehmens. D.h., wenn die Übernahme von Arcelor durch Mittal zur Verringerung der Jobzufriedenheit führt, wird das auch zur niedrigeren Produktivität, höheren Betriebskosten und höheren Kündigungen durch Mitarbeiter führen. Diese Folgen sind in jedem Unternehmen unerwünscht, denn sie führen direkt zu niedrigeren Gewinnen. Unternehmensführung muss daher für Jobzufriedenheit sorgen, um Eigentümer oder Aktionäre zufrieden zu stellen. 

Es ist natürlich typisch für Europäische Politiker, noch mehr Gesetze zum Schutz der Mitarbeiter zu verlangen. Sie verstehen offensichtlich aber nicht, welche Faktoren in einer Marktwirtschaft Einfluss auf Gewinne haben. Leider ist dieser Wissensmangel nicht nur geläufig bei Politikern, sondern auch bei einigen Firmeninhabern und Unternehmensführungen, was zu schlechtem Kundeservice führt.

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